The Poets of Raysn

Meyshe Kulbak (l.) und Izi Kharik (r.). Fotos (Kulbak): Eliot Gordin Levitan (via Forward); (Kharik): yleksikon

Am 31. Oktober 2021, 15 Uhr, sind alle Berliner Jiddisch-Liebhaber*innen und Enthusiast*innen jüdischer Literaturen herzlich eingeladen. YIDDISH BERLIN erinnert an zwei bedeutende jiddische Dichter.

Am 29. Oktober 1937 wurden Meyshe Kulbak und Izi Kharik liquidiert. Sie gehörten zu den ersten jüdischen Schriftsteller*innen, die den stalinistischen Säuberungen zum Opfer fielen.

Kulbak und Kharik wurden beide in Belarus, jiddisch Raysn, geboren, verbrachten große Teile ihres Lebens ebenda und wurden ebenfalls dort ermordet. Heimat und die Suche danach, sowie das Spannungsfeld zwischen Shtetl und Großstadt sind die Themen, die für beide Dichter von zentraler Bedeutung waren.

Wenngleich ihre Leben und ihre Literatur ganz unterschiedliche Verläufe nehmen, so eint sie doch mehr als der gemeinsame Todestag.

YIDDISH BERLIN liest Prosa und Gedichte von Kulbak und Kharik (auf Jiddisch), verbunden mit biografischen Erzählungen der Dichter (auf Englisch).

Mit unserer Veranstaltung möchten wir das große literarische Erbe ehren und gleichzeitig die unsterbliche jiddische Kultur feiern.

Sonntag, 31. Oktober 2021, 15 Uhr, Berlin (die genaue Adresse gibt es nach der Registrierung).

In Kooperation mit Base Hillel Deutschland

Neue Jiddischkurse in Berlin

Katerina Kuznetsova, Mitbegründerin von YIDDISH BERLIN, beginnt am Sonntag, den 31. Oktober 2021 mit Jiddischkursen im Präsenzunterricht für Anfänger*innen und Fortgeschrittene in Berlin-Mitte. Lerne das jiddische Alefbeys zu schreiben und zu lesen. Erweitere deinen Wortschatz, verbessere deine Grammatik und tauche ein in das Meer der jiddischen Literatur. Werde Teil einer globalen Gemeinschaft. Worauf wartest Du noch?

Alle weiteren Infos hier

ייִדישע גאַס: גרענאַדירשטראַסע

Yidishe gas: Grenadierstraße, Foto: Arndt Beck
ייִדישע גאַס: גרענאַדירשטראַסע, פֿאָטאָ: אַרנט בעק

Erinnerungskultur von unten betitelt das ND einen Artikel über eine künstlerische Intervention von Sebestyén Fiumei, der dem Straßenschild der Almstadtstraße in Berlin-Mitte, ein historisches, das der Grenadierstraße, hinzufügte. Auf Jiddisch. Nach wenigen Wochen wurde es vom Bezirksamt demontiert. Der ND-Artikel vermerkt, dass nun ein Sachgebietsleiter beauftragt sei, die Wiederinstallation auf offiziellem Weg einzuleiten. Dem Sachgebietsleiter sei mit auf den Weg gegeben, das Schild vor der Wiederinstallation noch einmal auf orthographische Eigenwilligkeiten hin zu überprüfen.

Arndt Beck hat das Straßenschild jedenfalls zu Gegenwartskultur von unten motiviert. Beck nahm es zum Anlaß, die Almstadtstraße auf einem 1 1/2-stündigen Fotospaziergang zu sezieren. Es zeigte sich, dass der genius loci, der Geist des Ortes, durchaus aufspürbar ist und die yidishe gas gar nicht so charakterlos daherkommt, wie es zunächst scheint.

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Nacht der ermordeten Dichter: Nachklang

Am 14. August 2021 fand zum vierten Mal unser jährliches Gedenken an die Liquidation des Jüdischen Antifaschistischen Komitees am 12. August 1952 statt. Der Garten der NOVILLA bot uns einen adäquaten Rahmen und auch das Wetter spielte mit. Alle, die nicht da sein konnten, können hier mit dem Audiomitschnitt und Fotografien von Tanja Katharina Lindner den Abend nachklingen lassen.

Für die Unterstützung danken wir den moving poets, der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung, der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und DRAUSSENSTADT.

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14. August: YIDDISH BERLIN DERMONT: Nacht der ermordeten Dichter

Nacht der ermordeten Dichter, Design: Ella Ponizovsky Bergelson

Seit 2018 erinnert YIDDISH BERLIN jährlich an die Liquidation des Jüdischen Antifaschistischen Komitees am 12. August 1952 in den Kellern der Moskauer Lubjanka. Als NACHT DER ERMORDETEN DICHTER erlangte dieses Ereignis auch deshalb traurige Berühmtheit, da sich unter den Hingerichteten fünf bedeutende jiddische Dichter befanden: Dovid Bergelson, Itsik Fefer, Dovid Hofshteyn, Leyb Kvitko und Perets Markish.

In diesem Jahr möchten wir mit einer Lesung aus den Prozessprotokollen (in deutscher, russischer und englischer Sprache), mit jiddischer Poesie, Musik und Performance an dieses Ereignis erinnern.

Beck | Bernhardt | Haberland | Kuznetsova | Ponizovsky Bergelson | Rozenfeld | Schnee | Sorek | Stazherova

14. August 2021, 20 Uhr
Eintritt frei

NOVILLA (Draußen)
Hasselwerderstr. 22
12439 Berlin-Schöneweide

Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa durch die Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung im Rahmen der Initiative DRAUSSENSTADT.

טאָג־פֿיגורן: דבֿורה פֿאָגעל אין בערלין (III)

Tog-figurn: Debora Vogel in Berlin (III)

Ella Ponizovsky Bergelson, Present Figures III, 2021. Foto: Arndt Beck

Nach Reinickendorf und Tempelhof nun also ein ausführlicher Bildbericht zum dritten und letzten Teil von Ella Ponizovsky Bergelsons Murals Present Figures — diesmal in Spandau.

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טאָג־פֿיגורן: דבֿורה פֿאָגעל אין בערלין

Tog-figurn: Debora Vogel in Berlin

Ella Ponizovsky Bergelson, Present Figures I, 2021. Foto: Arndt Beck

Zugegeben: BZ war schneller. Mit dem Projekt Present Figures schreibt sich Ella Ponizovsky Bergelson erneut eindrucksvoll dem Berliner Stadtraum ein und lässt sich diesmal von der jiddisch-polnischen Philosophin und Poetin Debora/Dvoyre Vogel inspirieren. Berliner_innen aller Länder: zum Kunstgenuß auf nach Reinickendorf! Und das ist erst der Auftakt: in schneller Folge entstehen alsbald zwei weitere Murals.

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